Äthiopien

In Afrika wurden traditionellerweise Lehm-Rundhütten mit Strohdach gebaut. Seit den 60er Jahren haben Beton und zementhaltige Backsteine Einzug gehalten. Diese Baustoffe verursachen bei Herstellung und Transport enorme Mengen von CO2-Emissionen, ausserdem sind sie oft teuer, da das Rohmaterial importiert werden muss. Der Verein SELAM, der in Äthiopien mehrere Kinderheime und Ausbildungszentren leitet, hat deshalb vor einem Jahrzehnt zu einer ökologischere und kostengünstigere Alternative gewechselt. Der Grüne Fisch hilft mit, diese ökologischen Baumaterialien einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Update November 2010: Bericht über einen Besuch im Ausbildungszentrum SELAM von der Grünen Fisch Mitarbeiterin Mirjam Jann

Die Lehrwerkstätten von SELAM stellen seit Jahren Ziegelsteinpressen für den äthiopischen Markt her, mit denen sich zementarme Bausteine herstellen lassen. Diese werden, anders als herkömmliche Backsteine, nicht gebrannt, sondern einige Monate lang getrocknet. Da sie ausserdem als Rohmaterial lokal vorhandene Braunerde und nur wenig Zement benötigen, sinkt der CO2-Ausstoss pro m² Baufläche um 220 kg im Vergleich zu Zementsteinen. Zudem sind Erdbausteinhäuser stabiler und dämpfen Temperaturschwankungen besser ab, wodurch ein angenehmeres Raumklima entsteht.
Ein weiteres Plus ist die lokale Wertschöpfung: Der wertmässige Anteil an Rohstoffen aus der Region beträgt 70%. Durch Herstellung und Verkauf von Pressen und Erdbausteinen kann SELAM bereits jetzt 35 Arbeitsplätze anbieten. Diese Zahl wird sich multiplizieren, sobald der Absatz steigt. SELAM hat deshalb zusammen mit dem Grünen Fisch ein Förderprojekt gestartet, um den Einsatz der ökologischen Erdbausteine überall in Äthiopien zu fördern.

Dieses Projekt ist bei der StopArmut-Konferenz 2010 mit dem zweiten Preis in der Kategorie Klimaschutzprojekte ausgezeichnet worden. Mehr zur Preisverleihung

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Selam-Homepage

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